Donnerstag, 29. März 2018

Unwirklich






Im Umfeld des neuen Pavillons lädt Michael Riedels nicht zu übersehende, großräumige Installation den geneigten Betrachter immer wieder ein („… es dürfte das größte öffentliche Kunstwerk aller Zeiten im Saarland sein.“), sich sinnstiftende Gedanken über Gott & die Welt & das große Ganze zu machen. Oder neue Bezüge & Zusammenhänge zu finden.

Aber je länger ich darüber nachdenke - ich bin ja täglich mit dem Werk konfrontiert - empfinde ich einen Abnutzungseffekt. Große zubetonierte Flächen mit Buchstaben, die mit der Zeit zu Mustern & unterschiedlichen Grauwerten verschwimmen, versiegelter Boden, möglicherweise verschenkter Raum. Vielleicht zu sehr Design denn eine wirkliche ästhetische Zumutung. Ästhetische Zumutungen, Provokationen im öffentlichen Raum finde ich nämlich gut. Wenn sie klug gedacht & gut gemacht sind. Wann hat je in den letzten Jahren ein Werk in Saarbrücken provoziert? Wann hat man den Bürgern das letzte Mal wirklich etwas zugemutet? Also künstlerisch, ästhetisch. Keine Möblierung, keine Dekoration, keine Aufhübschung, kein Design, sondern irgendein Störfaktor, irgendein ein fremdartiges Ding, über das wir uns aufregen können. Nicht weil es schlecht ist, im Gegenteil! Weil einfach da ist & mich fertig macht, weil es mir den Blutdruck hochtreibt & mich täglich herausfordert.

Vielleicht tue ich Herrn Riedel unrecht, ich habe durchaus Respekt vor seiner Arbeit, andernorts. 

Aber hier macht sich - aus meiner Sicht - eine gewisse graue Langeweile breit. Einzig das Wort „Museum“ prangt immer wieder unterschiedlich groß & breit aus dem Fließext. Damit auch wirklich jeder kapiert, womit er es hier zu tun hat. In der sommerlichen Hitze heizen sich diese Platten mit Sicherheit bis zur Unertäglichkeit auf. Dann wünscht man sich wahrscheinlich mehr Schatten spendende, kühlende Bäume.

Wo keine Typoplatten an der Fassade des neuen Pavillons hängen, ist der Bau in einem undefinierbaren, langweiligen Braun grob verputzt. Kackbraun. Von wem stammt eigentlich diese Entscheidung? Ich plädierte ja seinerzeit schon immer für rosa. Dazu die grauen Platten - aus meiner Sicht wäre das plötzlich ein Augenschmaus. Und für jeden Museumsschriftzug hätte ich eine Eiche im irgendwo im näheren Umfeld gepflanzt. Oder wenigstens eine Yucca-Palme.

Aber mich fragt ja keiner, auf mich hört ja keiner.

Dann müsst Ihr eben jetzt damit leben, mit dem in großen Teilen kackbraungrauen größten öffentlichen Kunstwerk aller Zeiten im Saarland.





Donnerstag, 15. März 2018

Gaia




Die „Große Gaia“ von Matschinsky-Denninghoff am neuen Museumspavillon in Saarbrücken. Leider verstellt durch einen Laternenmast. Ein Fauxpass.