Dienstag, 17. Januar 2017

B.B.


Ohne Titel („Bodo Baumgarten“), 2017
Bleistift, Skizzenbuch, 29,7 x 42 cm

In alten Fotokisten gewühlt & ein Foto meines Professors Bodo Baumgarten wieder entdeckt. Bei Bodo habe ich Malerei studiert, damals an der HBK Saar. Und ich musste auch an das denken, was ich am 12. Februar 2007 geschrieben habe:

Oskar hat mich in meinem Denken mehr beeinflusst als Bodo; er hat die Lunte gelegt, Bodo hat sie gezündet, aber explodiert bin ich von alleine …
Oskars Grundlehre war für mich eine Art Ohrwurm der Gestaltung – sie geht mir nicht mehr aus dem Kopf.“

Gilt nach wie vor. Oskars Grundlehre ist mir von Jahr zu Jahr näher, während Bodo sich immer weiter entfernt. Witzigerweise erlebte ich die Zeit bei Bodo an der HBK sehr intensiv; das hing aber wahrscheinlich eher mit der HBK & den außerordentlichen Umständen damals zusammen. Eine abenteuerliche Zeit des Aufbruchs für mich, die alles verändert hat. Aber es war der Austausch mit meinen Kommilitoninnen & Kommilitonen, es war das Leben & Arbeiten in den Malerateliers, Tag & Nacht, die mich bis heute prägten.

Die Grundlehre bei Oskar dagegen war mir während des Studiums oft ein Rätsel, Holweck erschien mir eine seltsam entrückte Lichtgestalt zu sein. Oft sprach er Rätselhaftes, auf Fragen pflegte er meist zu antworten: „Machen Sie!“ Erst allmählich, mit den Jahren, gingen mir Lichter auf.

Nebenbei: Heinz Popp hat übrigens viel über die Zeichnerei erzählt, was mir bis heute sehr hilfreich ist. Er selbst ist ein sehr guter Beobachter. Und außerdem malt er wunderbare Aquarelle & schneidet vortrefflich in Holzplatten. Seine Farbholzschnitte wirken transparent & leicht. Bei ihm studierte ich nach der Grundlehre. Grafik-Design. Auch wenn ich oft glaube das Gegenteil dessen zu machen, was er lehrte.

Und nicht zu vergessen: mein Freund Ralf. War Lehrbeauftragter bei den Innenarchitekten, fantastischer Zeichner & Zeichnenerklärer. In Ralfs Altbauwohnung in der Saarbrücker Innenstadt stand eine große Radierpresse. Er weihte mich ins Handwerk des Kratzens & Druckens ein. Hier verbrachten wir unzählige Wochenenden, zogen nächtelang zeichnend von Kneipe zu Kneipe um anschließend gegen Morgen die zusehends verschwommenen Eindrücke in Kupferplatten zu ritzen. Fruchtbare, nachhaltige Nachtschichten, in denen ich vor allem viel über das Leben im Allgemeinen & über die Kunst des Zeichnens lernte. Ich glaube sogar, dass ich ohne die Anstöße von Ralf heute noch vor dem Bildschirm eines Rechners in irgendeiner Werbeagentur sitzen & über verpasste Chancen nachdenken würde.



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