Donnerstag, 27. August 2015

Ausfall
















Irgendwo in den Untiefen meiner Festplatte fand ich unter anderen den Ordner „Malprojekte 2009“.

Die darin enthaltenen JPGs hatten folgende Titel:

AndrewKehoe
Fotorealismus_01
La_tourette-_arq._Le_Corbusier
Lefebvre_02
P1030442

Die jeweiligen Bilder waren Gedankenstützen zu geplanten Bilderserien oder Konzepte für Bilder. Leider weiß ich nicht mehr in jedem Fall, was ich daraus noch machen wollte.

Egal. Mache ich halt was anderes.





Mittwoch, 26. August 2015

Gesprächsnotiz


Ohne Titel, 2015
Bleistift, Skizzenbuch, ca. 25 x 38 cm



Dienstag, 25. August 2015

Nicht vergesessen: Koschatzky


Ohne Titel, 2015
Bleistift, Skizzenblock, ca. 25 x 38 cm

Über Klaus wieder an Koschatzky erinnert worden. Danke.

In meinem Atelier steht eine Ausgabe von Walter Koschatzkys „Die Kunst der Zeichnung“.

Die Bibel für Zeichner. Jawoll!

„Jedes Kind ergreift den Stift und zeichnet. Alles wirkt ganz unproblematisch: das Kind erobert mit Eifer seine Welt. Und das schon lange, bevor es von den Möglichkeiten der Intelligenz Gebrauch macht. Bevor ihm also irgendwelche Belehrungen zuteil werden, über die zeichnerische Konstruktion der orthogonalen Projektion etwa und über die Verzerrung der Gegenstände im perspektivischen Augenschein. Bis zu diesem Zeitpunkt zeichnet es ganz echt und unmittelbar. Das bedeutet: dadurch, dass es sich so die Gegenstände der Außenwelt gegenwärtig macht, bewältigt es durch solches Erfassen seine inneren Erlebnisse. Es stellt sie außen hin. Und genau das heißt für immer zeichnen.“

Walter Koschatzky, Die Kunst der Zeichnung, dtv, 1982, Residenz-Verlag, Salzburg, 1977

Ich sollte öfter darin blättern.

Und ja, überhaupt: zeichnen!

Man vergisst so viel im Lauf der Zeit.







Montag, 24. August 2015

Vortasten


Ohne Titel, 2015
Bleistift, Sprühlack, Öl auf Aquarellpapier
ca. 56 x 76 cm



Urban Sketching



Eine gute Nachricht: Urban Sketching findet seine Fortsetzung im Wintersemester.

„Menschen leben in Räumen. Ob es die eigenen vier Wände sind oder das Büro, ob im Stadtraum oder Naturraum: Menschen sind immer Teil einer Umgebung, Mensch und Raum bedingen sich gegenseitig.

Der Kurs bietet zwei Schwerpunkte: In „Urban Sketching“ lege ich den Focus auf Perspektive, Proportionen & die Darstellung von Räumen.

Im „Figürlichen Zeichnen“ versuche ich Möglichkeiten & Ideen der Darstellung einer Figur im Raum zu vermitteln.“

Und außerdem steht immer die Frage im Raum: Was macht eine spannende Zeichnung überhaupt aus?

Max. Teilnehmerzahl: 12

Zeit: mittwochs, 18:00–20:00 Uhr

Ort: wird noch bekannt gegeben

Beginn: 28.10.2015

Es sind noch Plätze frei.

Weitere Infos unter dem Link zur Abendschule.






Samstag, 22. August 2015

Unbekannte Personen im Elsaß


Ohne Titel, 2015
Bleistift, Skizzenbuch, ca. 25 x 38 cm



Freitag, 21. August 2015

Sarre




Die Saar bei Grosbliederstroff.





Mittwoch, 19. August 2015

Stahl


Ohne Titel, 2015
Öl, Alkydharz auf Alidibond, 120 x 100 cm




Dienstag, 18. August 2015

Zwischenstand










Centerjob. In situ.





Baukunst








Je ohne Titel, 2015
Öl & Alcydharz auf Dibond, unterschiedliche Formate


Jobcenter. Kannte ich bis jetzt nur vom Hörensagen. Betreten habe ich bisher noch keins. Mir war auch nie so richtig bewusst, was in diesen Häusern verhandelt wird.

Vor einiger Zeit lernte ich - es war während der ART Karlsruhe - den Kollegen Mathias Weis kennen. Ich erfuhr nicht nur, dass er ein großartiger Maler ist, sondern auch ein Buch geschrieben hat: „Zwischen Leinwand & Hungertuch“ heißt der Titel.

Weis schrieb dieses Buch sozusagen als Antwort, als Reaktion auf ein Buch der britschen Kunsthistorikerin und Soziologin Sarah Thornton: „Seven Days in the Art World“. Weil er sich in deren Buch - wie gefühlt fünfundneunzig Prozent anderer Künstler - nicht repräsentiert fühlte.

Thornton schreibt über eine Kunstwelt, nämlich die Spitze der Kunstweltpyramide, die ich nicht kenne & auch nicht kennen lernen möchte, die auch nicht meine Kunstwelt ist, nämlich die Kunstwelt der Reichen, Berühmten & Schönen. Künstler, Kuratoren, Sammler & andere wichtige Menschen. Wie auch immer.

Ich habe es nicht gelesen.

Auf Spon ist gerade ein Interview mit Sarah Thonton zu lesen. In ihrem neusten Buch geht sie anscheinend der Frage nach, was einen Künstler in unserer Zeit überhaupt ausmacht. Wer oder was ist ein Künstler. Ich habe nach diesem Interview den Eindruck, dass mich auch dieses Buch nicht sonderlich interessiert. Ich weiß nicht, was einen Künstler ausmacht. Ich will es auch nicht wissen.

Lustig finde ich eine Bildunterschrift in diesem Interview:
„Damien Hirst, vor seinem Gemälde "I Am Become Death, Shatterer of Worlds": einer der wesentlichsten und bekanntesten Künstler heute“.

Was zum Teufel ist ein wesentlicher Künstler?

Bin ich ein wesentlicher Künstler? Bin ich im Wesentlichen Künstler? Im Wesentlichen bin ich mir fremd, das habe ich bereits herausgefunden.

„Es gibt zwei Möglichkeiten für einen Künstler auf die erste Seite einer Zeitung zu gelangen: Mach einen Haufen Geld oder stirb. Oder töte jemanden …“

Handlungsanweisung zum berühmt werden. In Frau Thorntons Universum gibt es wenig Möglichkeiten. Alternativlos. Auch hier klammert sie anscheinend wieder die vielen unterschiedlichen Lebensentwürfe & Überlebensstrategien der meisten Künstler & Kollegen aus, die ich kenne. Und viele dieser Kollegen machen bei weitem ernsthaftere & bessere Kunst als Herr Hirst. Unter manchmal schwierigen Umständen.

„Stirb oder töte jemanden.“ Die Gedankengänge vieler Soziologen bleiben mir bis heute fremd.

Mathias Weis' Kunst- & Gedankenwelt allerdings war mir sofort sehr nahe.

In seinem Buch dokumeniert er chronologisch ein paar Monate aus seinem Leben im Jahr 2013. Ein Tagebuch. Der Leser beobachtet einen Künstler beim Versuch, seinen Alltag & sein Leben als Künstler zwischen Atelier, Auftragsarbeiten, Anträgen für Arbeitslosengeld II, Jobs & Gesprächen mit Kollegen, Ausstellungsbesuchen, Gewinnermittlungen für das Jobcenter zu organisieren. Sehr offen, ehrlich & authentisch.

Jobcenter.

Mathias Weis ist nicht nur ein sehr guter, ernsthafter Maler, sondern auch ein „arrivierter“ (ein merkwürdiges Wort), bekannter Maler - zumindest in der Region in & um Kassel ist er kein Unbekannter. Sein Buch schreibt er aus der Perspektive eines Malers aus dem unterern Teil der Kunstweltpyramide.

Lest das, Künstler! Besser: alle, die Ihr es werden wollt!

Und das noch zu diesem Thema: Isa Bickman untersuchte Parallelwelten des Kunstbetriebs. Ein sehr guter Essay!

Ich schweife ab.

Jobcenter.

Vor einigen Wochen betrat ich zu ersten mal ein Jobscenter, vielmehr, den Rohbau eines Jobcenters in Sulzbach. Mit dem Auftrag, dieses Gebäude künstlerisch auszugestalten. Wie man so sagt.

Was macht man da so für Kunst, in diesem Jobcenter? Die Kundschaft in diesen Einrichtungen rekrutiert sich ganz sicherlich nicht aus Menschen der obersten Spitze der Pyramide unserer Gesellschaft - was Karriere, Vermögen, Ansehen & wahrscheinlich auch Ausbildung & Beruf betrifft.

Die Kunst sollte also weder provozieren, arrogant & unnahbahr wirken noch mit pädagogisch erhobenem Zeigefinger daherkommen.

Auch keine unaufgeregten Farbtupfer an der Wand. Und nichts was die Architektur aufhübscht oder einfach nur illustriert.

Nach einigen Terminen & Konzepten, Entwürfen & Ideen kristallisierte sich folgender Ansatz heraus: Ich male auf Aludibond, Menschen in unterschiedlichen Tätigkeiten & Berufen, farblich reduziert. Allein Werkzeuge & Umfeld werden ausgespart, verschwinden vorm weißen Hintergrund oder bleiben weiß.

Je nach Motivlage entstehen so manchmal eindeutige, aber auch vielleicht rätselhafte Konstellationen. Sofern beispielsweise die weißen Silouetten von Werkzeugen vor einem Körper zu sehen sind, kann der Betrachter noch Rückschlüsse auf die Tätigkeit ziehen. Aber nicht immer auf den Beruf. Menschen, die auf Bildschirme starren & möglicherweise mit der Computermaus hantieren, sind auch keinem Berufbild mehr zuzuordnen. Wir arbeiten mittlerweile fast alle am Rechner. Ob Politiker oder Hartz4-Empfänger. Oder Künstler.

Die Größe der Platten ist unterschiedlich, zwischen 40 x 30 cm & 120 x 100 cm. Sie werden spielerisch an den Wänden der vier Stockwerke des Jobcenters verteilt. Keinesfalls regelmäßig, in unterschiedlichen Höhen, auf alle Fälle überraschend, unerwartet. Mal einzeln, mal in Gruppen. Die Bilder werden oben & unten jeweils mit zwei sichtbaren Schrauben an der Wand befestigt. Einfach & roh. Der Eindruck von Dekoration soll vermieden werden. Immer & überall. Vor allem nicht dekorativ. Natürlich nicht. Das ist das Totschlagurteil. Dekorativ ist schlimmer als nett.

So ist der Plan.

Eigentlich wollte ich direkt auf die Wand malen, aber wir fanden keine Lösung, die Malerei zu schützen. Nicht, dass ich die Wandmalerei schützen wollte, im Gegenteil, nein, aber man hatte Bedenken. Die Malerei, die ich eigentlich gar nicht schützen wollte, zum Beispiel vor übereifrigen Renovierern oder gar Randalierern & Vandalisten. Den Vorschlag, mit einem gewissen Abstand Plexiglas davor zu schrauben, lehnte ich ab. Das riecht nach wertvoller Kunst. Überhaupt nach Kunst. Dadurch wird ein lapidares Wandbild wertiger als beabsichtigt. So mein Einwand. Wie die Mona Lisa im Louvre. Unter Panzerglas. Unnahbar. Genau diesen Eindruck wollte ich vermeiden. Außerdem habe ich ja dann doch wieder ein Rechteck. Also wieder ein Bild. Horizontale & vertikale Kante.

Die Malerei auf den dünnen Aludibondplatten geht zwar auch mit der Wand eine Verbindung ein, aber je nach Situation & Licht verschmelzen sie mit dem Hintergrund, man fühlt sich an Wandmalerei erinnert.

Damit kann ich leben.



Donnerstag, 13. August 2015

Mit Kindern


Henri Rohr/Armin Rohr
Ohne Titel („Variationen über die Mutter“), 2015
Mischtechnik auf billigem Papier, 21 x 29,7 cm