Donnerstag, 31. Oktober 2013

#11


Ohne Titel, 2013
Alkydharz auf gesägtem Aludibond
ca. 125 x 250 cm





Nicht abwegig: Malen mit Licht




Öfter mal einfach nur gucken.

Heute morgen im Museum Schloss Fellenberg. Merzig.



In situ #11, Variation


Ohne Titel, 2013
unterschiedliche Medien auf Wandmalerei
(Arbeiten auf geschnittenem Papier, gesägtem Aludibond & Aluminium;
Sprühlack, Alkydharz, Öl,)
gesamt ca. 325 x 470 cm

Die untere Arbeit besteht aus drei Teilen.
Alkydharz auf Aludibond, ca. 160 x 325 cm



In situ #11, Variation


Ohne Titel, 2013
Acryl & unterschiedliche Medien auf Wand,
(Arbeiten auf Papier & gesägtem Aludibond,
Kreide, Sprühlack, Alkydharz, Öl,)
ca. 325 x 470 cm

Die Arbeit am unteren Rand besteht aus drei Teilen. Aludibond.
Gesamt ca. 165 x 325 cm.

Der linke Teil war ursprünglich als Einzelteil geplant.



Dienstag, 29. Oktober 2013

Kunstding




Ich kokettiere gerne.

Oft sage ich: „Ich bin kein Künstler. Ich bin Maler.“ Das trifft den Nagel eher auf den Kopf.

Eigentlich ist es mir auch egal, was ich bin. Ich definiere mich über das, was ich tue.

Malen. Zeichnen.

Mein Leben lang malte & zeichnete ich. Das mag ein Fehler gewesen sein. Ich wollte nie Künstler werden. Im Gegensatz zu den meisten meiner Zeitgenossen, die als Kinder bestimmt genau so viel oder so wenig malerten wie ich, hörte ich eben damit nie auf. Bis zum heutigen Tag. So einfach ist das.

Als ich mit dem Studium der Malerei begann, hatte ich keine Vorstellung vom „Beruf“ des Künstlers. Möglicherweise habe ich auch noch heute keine Vorstellung. An der Hochschule hatten viele Kommilitonen Vorstellungen. Nicht alle betreiben heute noch die Kunst.

Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, dass ich eher meine Zeit mit umständlichen Vorbereitungen vertrödele. Vorbereitungen, Künstler zu werden.

Malgründe vorbereiten, Bleistifte spitzen, Farben anrühren - alles nur Vorbereitungen. Und wenn ein Bild fertig ist, bereitest Du eine Ausstellung vor. Aber Bilder werden ja nie fertig. Das habe ich gelernt.

Ich bin anspruchslos. Gebt mir Raum, Zeit, Papier & Bleistift & lasst mich ansonsten in Ruhe!

Manchmal glaube ich, vieles, was ich tue oder was mich interessiert, ist überhaupt nicht Künstler-like. Zum Beispiel liebe ich Actionfilme. Ich lese gerne Krimis. Ich habe einen Hang zu Banalem. Viele meiner Freunde, Bekannten oder Verwandte sind weder Künstler, noch an Kunst interessiert. Geschweige denn würden sie Kunst kaufen. Ein Freund von mir war Autoverkäufer. Ich habe niemals ein Auto bei ihm gekauft.

Außerdem liebe ich Ballett. Und Musik von Shostakovich.

Überhaupt kam ich sehr spät mit der zeitgenössischen Kunst in Berührung. Ich klebte ja sehr lange an Surrealismus, Impressionismus & – wie man so schön sagt – den alten Meistern. Und nun stecke ich mittendrin.

Schon seltsam.



Samstag, 19. Oktober 2013

Relevanz




Die Saar bei Grosbliederstroff.
Foto vom 3. Oktober 2013


„Mich interessiert: die Abbildung der Welt. Die Frage, die mich beschäftigt, lautet: Wie sieht die Welt aus …“ sagt David Hockney in einem Interview in der Zeit.

Auch ich beobachte die Welt, die sogenante „Realität“. Oder das, was ich dafür halte. Malerei ist für mich ein Vehikel, mit dem ich die Welt entdecke. Ich sehe und beobachte die Welt und diese Beobachtungen filtere und transformiere ich über die Malerei.

Ich male Bilder, um etwas über die Welt und über mich selbst zu erfahren. Mein Bilder geben dem Betrachter die Möglichkeit eines Einblickes, wie ich die Welt wahrnehme und über sie denke – gleichzeitig geben sie ihm eine Möglichkeit, sich selbst wahrzunehmen.

Malerei ist ein Prozess, bei dem ich mich zwischen den Dingen und den Bildern der Dinge bewege.

Das Bild ist für mich keine wiedergebendes, sondern ein gestaltendes, Gestalt gebendes Ding. Etwas für mich gänzlich Neues, Überraschendes - im Idealfall.

Ich flüchte nicht aus der Realität. Ich untersuche sie, beziehungsweise ich untersuche einen Teil meiner Realität. Diese Beobachtungen haben mit mir zu tun und ich hoffe, dass sie auch für den geneigten Betrachter möglicherweise von einer gewissen Relevanz sind. Ich bin mir bewusst, dass ich mit meiner Arbeit nur wenig Menschen erreiche – der „Wirkungsgrad“ also eher bescheiden ist. Kunst, beziehungweise die Beschäftigung mit Kunst ist ja eigentlich nach wie vor einem kleinen Teil der Bevölkerung vorenthalten. Dem Großteil der Menschen fallen zum Thema Kunst sowieso nur die geschmacklosen Preisrekorde ein, die Bilder von lebenden oder toten Malern bei Auktionen erzielen.

Mit einiger Sicherheit kann ich sagen, dass meine künstlerische Arbeit auf mich und mein Leben wirkt. Sie beeinflusst jeden Bereich; die Art und Weise, wie ich über viele Dinge denke und wie ich handele wird bestimmt von einer Struktur, die etwas zu tun hat mit meiner Auffassung von Bildern. Als Maler schlägst Du morgens die Augen auf und siehst Bilder. In der Nacht träumst Du von und in Bildern. Das hat einfach Auswirkungen.

Sind meine Untersuchungen relevant? Politisch? Teil eines gesellschaftlichen Prozesses?

Alles Fragen, auf die es für mich keine messbaren Antworten gibt. Fragen, die mich eigentlich auch nie bewegt haben. Ich tue das, was ich tue, weil ich es tue.

Die Beschäftigung mit Kunst und das Nachdenken über Kunst aber bleibt ja oft elitäre und privilegierte Angelegenheit und dient in aller Regel meistens nur der Aufhübschung des Alltags. Leider.

Künstlerische Freiheit ist etwas sehr schönes. Wird aber oft – soweit ich es beobachten kann – missverstanden. Verantwortung für mein Tun und Handeln trage ich zuerst immer als Mensch. Aber der Mensch ist nicht vom Künstler zu trennen.

Ich kann mich während des Malens vergessen, ich kann völlig zurückgezogen arbeiten. Trotzdem kann ein Bild in einer Ausstellung wichtig für einen Betrachter sein. Hoffe ich zumindest. Bilder spielten in meinem Leben immer schon eine wichtige Rolle. Und ich meine jetzt nicht meine gemalten Bilder, sondern Bilder von anderen, Gemälde, Fotografien - auch Filme. Ich war immer bildergeil, überhaupt, ich könnte mein Leben mit dem Betrachten von Bildern verbringen. Mit dem Beobachten. Oder einfach nur gucken.

„Alles Beobachten ist auch Erfinden.“ Sagt Rudolf Arnheim.

Wichtig ist für mich auch immer der Zusammenhang, in dem eine künstlerische Arbeit gezeigt wird – sowohl der räumliche als auch der zeitliche Zusammenhang können die Intentionen deiner Arbeit völlig verändern.

Eigentlich möchte ich ja nur in aller Bescheidenheit arbeiten. Tatsächlich war mir die Wirkung meiner Bilder auf andere Menschen immer egal. Während des Malens klammere ich diesen Gedanken aus. Interessiert mich nicht, hat mich nie interessiert.

Außer der Meinung meiner Geliebten und Ehefrau.

Natürlich frage ich mich, ob sich die Arbeit bewährt, ob alles trägt, ob das Qualität hat. Gelegentlich gibt es natürlich mal eine Rückmeldung. Wie auch immer. Ob gut oder weniger gut – am Ende bist Du wieder auf Dich selbst zurückgeworfen. Allein im Atelier. Es bleibt immer ein Rest Zweifel.

Reaktionen auf meine Arbeiten sind herzlich willkommen. Falls meine Bilder eine Wirkung Betrachter haben, um so schöner, aber es ist, wie gesagt, nicht wichtig für mich. Die meisten Menschen sehen sich Bilder in meinen Ausstellungen an und ich bin ja nicht permanent in meinen Ausstellungen. Höchstens mal zur Vernissage bin ich anwesend. Da gibt es natürlich überwiegend positives Feedback; die meisten Menschen sind ja höflich. Wenn man Menschen in Ausstellungen beobachtet, tuscheln sie oft. Ich glaube, für die Künstler verheißt das nicht immer Gutes. Kritisches und Konstuktives gibt es meistens von geschätzten Kollegen. Von manchen fordere ich das auch ein. Das sind dann oft fruchtbare Gespräche und Diskussionen.

Ich habe übrigens weder Sendungsbewusstsein noch will ich die Welt missionieren.

Meine Bilder sollen für sich stehen. So wie Bäume in einer grünen Wiese.

Über die kann man auch nachdenken. Muss man aber nicht.

Armin Rohr, Oktober 2013


Erkenntnis



Donnerstag, 10. Oktober 2013

In situ: #10


Ohne Titel, 2013
Alkydharz auf gesägtem Aludibond gelehnt an Wandmalerei
ca. 125 x 250 cm





Dienstag, 1. Oktober 2013

Zustand


Ohne Titel, 2013
Acryl & unterschiedliche Medien auf Wand,
(Arbeiten auf Papier & gesägtem Aludibond,
Kreide, Sprühlack, Alkydharz, Öl …)
ca. 325 x 470 cm


Der Zustand ist lediglich eine Möglichkeit. Abhängig von Zeit, Raum & Tagesform.