Mittwoch, 30. November 2011

Hinweis: „Invasionen“


Martin Kasper
„Kiev“, 2011
Malerei auf Linoleumplatte



Jenny M. Vogel
„Strange attraction“, 2011
Linoldruck auf Xerox-Kopie



Cassandra Emswiler
„Gilding the silk lily (for Frederick Walton)”
Mischtechnik


INVASIONEN / INVASIONS
Internationale Gruppenausstellung mit künstlerischen Kommentaren zum Thema
Kuratiert von Reinhold Engberding
2. Dezember 2011 - 28. Januar 2012
Eröffnung am Donnerstag, den 1. Dezember 2011, 19 Uhr.


Aus dem Pressetext:

„Was passiert, wenn man einer Gruppe unterschiedlichster Künstler aus verschiedenen Ländern und aus verschiedenen Sparten ein Thema und ein Material, das sie verwenden sollen, vorgibt? Sie nutzen ALLE Möglichkeiten.

Für die internationale Gruppenausstellung „Invasionen / Invasions“ hat sich der Kurator Reinhold Engberding genau diese Limitationen überlegt. Jeder der 28 Teilnehmer erhielt eine DIN A3 große Linoleumplatte und sollte diese in freigestellter Form für seinen Kommentar zum Thema verwenden. Herausgekommen ist eine große Bandbreite sowohl inhaltlicher als auch formaler Natur.

Mit dem Thema Invasion verbindet man spontan eine militärische Intervention. Darüber hinaus wird der Begriff aber auch im biologischen oder medizinischen Sektor verwendet. In welchen anderen Kontexten man sich diesem Begriff jedoch auch nähern kann, zeigt eindrucksvoll, spannend und amüsant die in der galerie carolyn heinz im Dezember und Januar laufende Ausstellung.

Thematisiert wurde beispielsweise das künstlerische Eindringen in einen (Galerie)raum. So baute etwa die niederländische Künstlerin Marjolein de Groen auf der Linoleumplatte ein Modell des Galerieraums und gestaltete darin eine Ausstellung mit ihren eigenen Arbeiten. Der Künstler Gerhard Lang (D/UK) gar zermahlte die Linoleumplatte zu feinem Staub, der zu Beginn der Ausstellung in den Galerieraum geblasen wird.

Der amerikanische Künstler Willie Baronet beschäftigt sich seit 1993 mit dem Thema Obdachlosigkeit und kauft für sein Projekt von Obdachlosen ihre selbst gemalten Pappschilder mit den unterschiedlichen Aufrufen, eine Grenzüberschreitung der üblichen Beziehung zwischen Obdachlosem/Bettler und Passant. Eines der Schilder montierte Baronet für die Ausstellung auf die Linoleumplatte und füllte sie über und über in winziger Schrift mit persönlichen Assoziationen zum Thema.

Heyd Fontenot (USA) wiederum lieferte eine Zeichnung mit dem Doppelportrait eines Künstlerkollegen. Der, ebenfalls Teilnehmer der Ausstellung, hatte in dem Glauben, die Linoleumplatte sei für ihn bestimmt, diese in einem unfreiwillig, jedoch zum Thema passenden, invasiven Akt aus Fontenots Atelier „entwendet“. In Wahrheit war eine Platte zu wenig in die USA geschickt worden, die nun fehlte.

Adam Veikkanen (AUS) thematisiert in seinem Beitrag die invasiven Qualitäten des Fernsehers. Dieser bestimmt die Positionierung der Möbel im Zimmer, schafft es, wenn er nebenbei läuft, Gespräche zu lenken oder den Blick auf sich zu ziehen, obwohl man dies gar nicht möchte.

Holger B. Nidden-Grien, bekannt als Mann der Wörter, nimmt das Wort Invasionen auseinander und schreibt einen zehnzeiligen Text über das In-sich-gehen in seinen Träumen; gedruckt wird dieser auf alte Kopfkissenbezüge.

Im Zentrum der Ausstellung stehen aber die vielfältigen Versuche, der Technik des Linolschnitts, wie sie noch in Zeiten des Expressionismus, aber auch durch Picasso meisterlich entwickelt worden ist, mit aktuellen künstlerischen Ansätzen ein neues Leben zu geben. Exemplarisch dafür sind die mit großer bildnerischen Kraft ausgearbeiteten Linolschnitte von Armin Rohr, B.C. Epker, Gabriele Langendorf, Anne-Barbe Kau, Jan Mladovsky, Adam Veikkanen, Jenny Vogel oder Ulrich Wellmann.

Diese Arbeiten zeigen zum einen die große Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb dieses Druckverfahrens. Zum anderen wird deutlich, dass ähnlich wie bei anderen traditionellen künstlerischen Techniken auch die etwas anachronistische Technik des Linolschnitts – in der Ausführung im übrigen selbst ein invasiver Akt – in eine moderne Darstellungsform überführt werden kann.“


galerie carolyn heinz
im Galeriehaus Hamburg
Klosterwall 13
D-20095 Hamburg
+49.40.2878 2919
Mi-Fr 12-19 Uhr Sa 12-16 Uhr


Kommt alle, die Ihr mühselig & beladen seid. Ich will Euch erquicken!



Kommentare:

juergenkuester hat gesagt…

Hallo Armin!

Schön, dass Du den Pressetext eingestellt hast - er untermauert das Besondere des Projektes und in Kombination mit den anderen visuellen Beispielen, bin ich sehr neugierig geworden. Gibt es einen Katalog? Wo finde ich Infos im Internet?
Gruß Jürgen

Armin hat gesagt…

Hallo Jürgen,

einen Katalog gibt es leider nicht – ich fahre heute nach Hamburg & lasse mich mal überraschen.

Außer dem Pressetext & den Infos auf der Weseite der Galerie habe ich auch noch nichts gesehen.

http://www.galeriecarolynheinz.de/

Anonym hat gesagt…

Wie wars?

Armin hat gesagt…

Hamburg war dunkel, kalt & feucht.

Die Eröffnung war kurzweilig, lässig & mit roten Punkten durchsetzt – was mich sehr freute.