Dienstag, 25. November 2008

Deklination & Konjugation


Ohne Titel, 2008
Bleistift, Aquarell auf Aquarellpapier, 32 x 24 cm


… zur Zeit befinde ich mich in Exerzitien.

Eine andere Möglichkeit sehe ich gerade nicht.

„Es geht um das Üben. Zum Üben gehören vier Punkte: Bewusstheit, ein Ziel, eine Methode und die Wiederholung. Üben ist fundamental für unser Leben: Sprache, Musik, Technik, Kultur, Kommunikation, Kunst, Arbeit und auch die Liebe leben vom Üben. Das ganze Leben besteht aus Einüben und Ausüben.“



Kommentare:

klaus hat gesagt…

Das gefällt mir natürlich gut: EINÜBEN und AUSÜBEN! Wie einatmen und ausatmen.

Armin hat gesagt…

Mir hat das sehr gut gefallen: Während „einüben” & „ausüben” im Sprachgebrauch ja ganz verschiedene Bedeutungen haben, verschwimmen diese Bedeutungen während des Zeichnens.

Wo ist die Grenze zwischen „einüben” & „ausüben”?

Der Zeichner untersucht, lernt, forscht seinen zu zeichnenden Gegenstand. Dabei ist er natürlich auch immer wieder ein Übender, Einstudierender, ein Studierender – denn er versichert sich gleichzeitig immer wieder seiner Fähigkeiten & treibt sie & sich weiter voran. Während er das Zeichnen ausübt, also seine erlernten, eingeübten Fähigkeiten anwendet & ausübt, ist er gleichzeitig immer wieder ein Lernender, ein Fragender, ein Hinterfragender …

Wie auch immer.

Das wäre dann der Idealfall.

Allerdings: „Ausüben“ im Zusammenhang mit „Macht” meint in aller Regel: Ich herrsche, also bin ich.

Wer Macht ausübt, hinterfragt meistens nicht mehr. Es fehlt das offensichtlich demütige Element, was das „Einüben“ auszeichnet.

Also: „einüben” & „ausüben” – in aller Demut.