Mittwoch, 22. Oktober 2008

Fleischberg in Malle


Ohne Titel, 2008
Bleistift, Skizzenbuch, ca. 29,7 x 21 cm (geschlossen), rechte Seite



Kommentare:

klaus hat gesagt…

Wollte heute morgen eigentlich schon was dazu schreiben, hat aber irgendwie mit dem Absenden nicht geklappt, also jetzt: Ein Fleischberg im klassischen Primärkontrast gelb-violett, sowas gefällt mir natürlich. Und es erinnert mich daran, dass es Anfang (oder Mitte?) der 90er mal einen österreichischen TV-Menschen gab, dessen Sendung gar nicht mal so blöd war, und der sich den Namen Hermes Phettberg ausgesucht hatte.

Armin hat gesagt…

Mist – habe ich wieder was verpasst?

… jetzt habe ich „Phettberg“ mal gegoogelt – „Elender“ – obwohl – nein, eher nicht … bizarr, alles wirkt so bizarr & irritierend …

Aber es erstaunt mich nicht wirklich.

Das ist wie Mallorca.

gerd hat gesagt…

Wenn ich das so sehe, würde ich gerne mal die sehen, die du weggeschmissen hast.

Ganz. Große. Klasse.

Armin hat gesagt…

Danke Gerd – die Streicheleinheiten nehme ich gerne an – das geht runter wie Öl; fast bin ich geneigt, eine Rubrik der Gescheiterten anzulegen.

Ganz klar – Aquarell ist sehr gefährlich & in bestimmten Situationen passieren mitunter komische Sachen, über die man glaubte, längst hinweg zu sein.

Vor über 20 Jahren war ich für 14 Tage in der Provence, nur zum Zeichnen – sonst nichts. Viel Aquarell. Damals half ich mir gelegentlich mit einem Trick: Morgens ging ich in die Landschaft & vergaß meine Brille.

Da ich immer schon kurzsichtig war, brauchte ich mich beim Aquarellieren nicht mehr allzusehr anzustrengen: alles war schon herrlich verwaschen & unscharf & half mir bei vielen Bättern über den Material bedingten Kitschfaktor hinweg (irgendwie war ich immer für so was anfällig).

An den Trick erinnerte ich mich wieder bei obiger Zeichnung.

Hat aber leider nicht immer so gut funktioniert.

Um welche Uhrzeit schreibst Du eigentlich Kommentare?

klaus hat gesagt…

Eine Rubrik der "Gescheiterten" finde ich eigentlich eine gescheite Idee. (Vielleicht sollte man dazu vielleicht einen eigenen (gemeinsamen) Blog anlegen. Erinnert mich an den Rat meines Schrift-Profs in Mainz, der gemeint hat, man solle nur die schlechten und gescheiterten Sachen bei sich zuhause aufhängen. So stark war ich nie. Ich musste mir immer die guten und gelungenen aufhängen, um mir Mut zuzusprechen.
Das mit der Brille ist natürlich ein guter Trick. Bei meiner Aufnahmeprüfung sollten wir am ersten Tag Portrait-Gesicht im weitesten Sinn thematisieren. Es gab einen Mitbewerber, Rainer Leupold, der sich jetzt in Berlin als Kabarettist verdingt unter dem Namen "Evi und das Tier". Guter Musiker, guter Zeichner und extrem kurzsichtig. Er setzte seine Brille ab, ich setzte seine Brille auf, und dann haben wir uns gegenseitig portraitiert. Er mich ohne seine Brille mit seiner Brille, ich ihn mit seiner Brille ohne seine Brille. War ein Mordsspaß, obwohl die Zeichnungen dann schlussendlich doch als gescheitert zu betrachten waren...

(Den Kreisverkehr finde ich natürlich auch ganz famos, nur nebenbei bemerkt,)

gerd hat gesagt…

Ich hab mir abgewöhnt, zu schlafen, scheint es. Ist gerade sehr merkwürdig und nervig.

Dafür bin ich dann den ganzen Tag dämmerig und dumpf.

Ist ja auch was schönes...

Armin hat gesagt…

@ Gerd: ich kenne ähnliche Zustände – Gott sei Dank schon länger her – wenn ich nur dran denke, schmerzt es.

War, von heute aus gesehen, gar nicht schön; damals wohl notwendig …

… ja, manchmal wirft man tatsächlich zu schnell was weg – da wäre es besser, etwas dumpfer & träger gewesen zu sein.

Armin hat gesagt…

Rubrik der Gescheiterten – hat tatsächlich einen Reiz – birgt aber gewisse Gefahren:

1. Andere finden die Arbeiten eher gescheit als gescheitert – das stürzt Dich in die Krise.

2. Manch einer findet die Arbeit sogar außergewöhnlich gescheit, aber sagt es vorsichtshalber nicht – hält mit also hinterm Berg. Täuscht Mitleid vor & möchte die Arbeit zum Sonderpreis, da vermeintlich gescheitert, erwerben. Gar geschenkt.

Auch das stürzt Dich in eine Krise.

Aber trotzdem – der Gedanke ist nicht schlecht.

Das erinnert mich an eine Idee, die ich vor längerer Zeit hatte. Nämlich, analog zu Gebrauchtwagen, Second Hand usw. sogenannte „Gebraucht-Kunst“ herzustellen.

Kunst, die nach einer gewissen Zeit an Wert verliert. Wie ein Auto. Oder ein Computer.

Gibt es „Gebraucht-Kunst“, die nach einer gewissen Zeit des Wertverlustes wieder steigt im Wert – ähnlich einer bestimmten Automarke?

Oder schmeißt man die Kunst irgendwann einfach weg, weil sie gar nichts mehr Wert ist?

klaus hat gesagt…

Dazu gibt es interessante Gedanken von Marcel Duchamp...muss ich aber erst noch raussuchen. Werd' ich demnächst mal als "Zitat" auf meinen zeichenblock stellen, morgen oder heut abend noch oder so...

Armin hat gesagt…

Schlag nach bei Duchamp!

Wusste ich nicht, macht mich aber neugierig!